Rückschau 

kürzlich:

Am 18.09.2018 konnte die Andreas-Reimann-Gesellschaft, gefördert vom Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, ein Schulprojekt unter dem Titel “Kunst als Reaktion auf politische Haft in der DDR” im Evangelischen Schulzentrum Leipzig durchführen.

Hubertus Schmid am Klavier

Andreas Reimann im Gespräch mit Lehrern und Schülern

Es wurde eine Doppelstunde der Fächer Deutsch/Geschichte, die der Fachwart für Geschichte, Herr Grabenhorst, uns dankenswerter Weise ermöglichte.

Das Mitglied unserer Gesellschaft, Rainer Müller, organisierte das Treffen und brachte auch noch eine Gymnasialklasse aus Uslar (Niedersachsen) mit, die in Leipzig Projekttage zum Thema “Protest” durchführte.

Andreas Reimann und Hubertus Schmidt, die sich vor 50 Jahren im Zuchthaus Cottbus kennen lernten, beide dort “ansässig” aus politischen Gründen, gestalteten die vormittägliche “Deutsch-Stunde” auf wunderbare Art, mit viel Empathie für die Schüler und in charmanter Chuzpe.

Nach einer Einführung des Vorsitzenden der ARG, Hartmut Rüffert, die eindrücklich auf die damaligen Ereignisse, vor allem auf Hinblick die Niederschlagung des “Prager Frühlings”, also dem Einmarsch der Truppen des “Warschauer Paktes”, hinwiesen, brachten beide Künstler die damals entstandenen Texte, alle aus der Feder Reimanns und teilweise von Schmidt vertont, zu Gehör.

Die Schüler waren sehr interessiert, ja geradezu begeistert und quittierten das Gehörte mit viel Beifall. Auch bei der anwesenden Lehrerschaft war in anschließenden Gesprächen ein tiefes, staunendes Verständnis für diese beiden großartigen Künstler und ihre Erlebnisse zu spüren.

Es war ein rundum gelungener Vormittag

Die Andreas-Reimann-Gesellschaft wird noch weitere Projekte dieser Art durchführen.

Gudrun Jugel

 

Auszeichnung

Am 17. März 2018 wurde Andreas Reimann für sein Gedicht „DIE FRÜCHTE“ von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit dem „Poesiealbum neu-Preis“ geehrt. 

mehr zur Preisverleihung: 

Buchpremiere

Andreas Reimann. 
Poesiealbum 336.
Märkischer Verlag. 

Eine kleine, aber kundige Auswahl aus dem Gesamtwerk,  zusammengestellt von Axel Helbig
Musikalische Begleitung: Martin Hoepfner ( Gitarre)
04.05. 2018, 19.00 Uhr Gletscherstein art club, Gletschersteinstr.

 

Zeichnung: Andreas Reimann, „Trauernder Tod“ (1968)

mehr Termine

21. 11.17 19.00 Uhr, Holbeinstraße 24 in Leipzig:

„Verfasser unbekannt“

Lesung und Liederabend mit Stephan Krawczyk, Sebastian Lohse, Susanne Grütz & Hubertus Schmidt, sowie Andreas Reimann.

Verfasser unbekannt(?) – nein, Verfasser ungenannt, das trifft auf zahlreiche Texte des Dichters Andreas Reimann zu, zumindest bis 1990. Die Andreas-Reimann-Gesellschaft hat es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, diese Gedichte, dessen Verfasser damals oft nicht genannt werden konnte,  vertont von wunderbaren Musikern in jener Zeit, die aber  in der kleinen Republik als Chansons in seltsamer Weise ihren Platz fanden, wieder zu Gehör zu bringen. Verdient haben sie es allemal.

Mit Unterstützung von Lutz Rathenow, dem Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen konnte dieses Vorhaben am 21. November 2017 realisiert werden. Prof. Dr. Martin Maslaton, Rechtsanwalt und Umweltphilosoph mit  schönen Hobbys, so für Literatur, der sich auch für die Bewahrung jüdischer (also seiner) Geschichte in Leipzig engagiert, stellte uns als Mitglied der Andreas-Reimann-Gesellschaft seine Räume zur Verfügung. Und so konnten unsere Mitglieder, aber auch viele andere interessierte Gäste an diesem verregneten Abend eine wunderbare Konzert-Lesung erleben.

Hubertus Schmidt trat mit seiner großartigen Gesangspartnerin Susanne Grütz auf. Schmidt und Reimann lernten sich 1968 im Zuchthaus Cottbus kennen, der eine saß wegen „staatsfeindlicher Hetze“, der andere wegen „versuchter Republikflucht“. Diese Zusammenarbeit, wenn man davon unter Haftbedingungen reden kann, hat beiden diese unsägliche Zeit, zumindest mental, erleichtert, und es entstand eine künstlerische Freundschaft, die bis heute anhält. Stephan Krawczyk, eine Größe des politischen Chansons der Achtziger, natürlich nicht konform mit der damaligen Staatsdoktrin, deshalb auch ausgebürgert, kam aus Berlin angereist, um sichtlich gern mal wieder Reimann-Lieder zu singen, so natürlich auch den, wie er selbst sagte: „Klassiker“ der Clown. Ein bekanntes Lied jener Jahre, doch wußte kaum einer, daß der Text von Andreas Reimann stammt.

Sebastian Lohse, ein Interpret aus Dresden, der in aufrüttelnder, aber auch sensibler Art den Dichter interpretierte, vervollständigte den musikalischen Reigen. Andreas Reimann gefiel es, ich brauchte ihn nicht zu fragen, ich sah es an seiner Miene. Und so las er in gewohnt kraftvoller Manier einige seiner Gedichte, so auch das Liebesgedicht: „Will an deinen Leib mich fügen“, was ich, und mir sei diese persönliche Bemerkung gestattet, für eines der besten Liebesgedichte deutscher  Sprache der letzten Jahrzehnte halte. Es war für uns alle ein großartiger, künstlerisch wertvoller Abend, lang anhaltender Beifall für alle Beteiligten bewies es. Der Dank der Andreas-Reimann-Gesellschaft gilt Herrn Lutz Rathenow, Herrn Prof. Dr. Maslaton, den großartigen Künstlern und natürlich vor allem dem großen Dichter Andreas Reimann.

Gudrun Jugel

Videoaufnahmen der Veranstaltung „Verfasser ungenannt“

 

28.10.2017, 19 Uhr: Lesung mit Andreas Reimann

Seinen Gedichten ist, wie man so schön sagt, nichts menschliches fremd. Liebe und Enttäuschung, Aufschwung wie Absturz, Verzweiflung und Hoffnung. Lob des Daseins und Lästerung – poetische Offenbahrungseide eben dieses Andreas Reimann.
Der Literaturwissenschaftler Peter Geist, Kenner des gesamten Werks, sagt: „Gedichte vergleichbarer Intensität, die die, verfluchte Narbe aus Zement zum Thema erheben, sucht man in der deutschen Lyrik dieser Zeit vergebens. Diese literaturgeschichtlich erheblichen Leistungen der Lyrik dieses Dichters harren nach wie vor des Eingangs in die historische Aufarbeitung.“
Andreas Reimann hat viele seiner zahlreichen Bücher mit seinen Zeichnungen selbst illustriert und zur Umschlaggestaltung beigetragen. Er wird in der Ausstellung, in der er mit Zeichnungen vertreten ist, ältere und neuere Lyrik aus seinem langjährigen Schaffen lesen.

mehr: Programmheft Leipziger literarischer Herbst

Donnerstag, 29.06.17, 20.00 Uhr

Aula der Alten Nicolaischule, Nicolaikirchhof,

Buchpremiere „Das ganze halbe Leben“,  Gedichte und Lieder, dabei 50 vertonte Gedichte von Hubertus Schmidt, der an diesem Abend ebenfalls da war und einige davon vortrug.

Andreas Reimann las beim Schillerfest in Kahnsdorf

Flyer und komplettes Veranstaltungsprogramm finden Sie hier

19. und 20. Mai in Danzig:

Andreas Reimann als Referent bei der Tagung „Unterwegs und zurückgesehnt –

Zugänge zum Werk von Helga M. Novak“

Andreas Reimann lernte Helga M. Novak im Leipziger Literaturinstitut kennen und schätzen.

mehr: Plakat und Veranstaltungsprogramm der Tagung

.I.

Andreas Reimann las im Rahmen der Buchmesse Leipzig 2017

im Literaturcafé Messehalle 4 aus KONTRADIKTIONEN,

im Museum der bildenden Künste sowie in der Werkstattgalerie für Schmuckgestaltung aus POETENMUSEUM,

und im Gletscherstein-art-club aus DER TROJANISCHE PEGASUS gemischte Gedichte, GRÜNER WINTER und POETENMUSEUM.

Hier eine Aufnahme der Lesung im GLETSCHERSTEIN-art-club am 26. 3. 2017.

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weitere Aufnahmen

.I.

11.11. 2016  Matinee zum 70. Geburtstag des Dichters

Foto: Robert Soujon